Pfarramt Kallham
Hauptstraße 11
4720 Kallham, Österreich
Tel.: +43(7733)200 20
Gottesdienste:
Gottesdienst: Sonntags um 8:00 Uhr
Die Filialkirche Kimpling bietet schon äußerlich einen reizvollen Anblick durch die erhöhte Lage.
Ortsnamen (urk. Chumpoting 1371, Chumpolting 1417) weisen auf eine sehr frühe Entstehungszeit, jedenfalls vor dem Jahre 1000.
Wann die erste Kapelle (wahrscheinlich aus Holz) zum Hl. Laurtentius erbaut wurde, kann mangels jeglicher Nachrichten nicht festgestellt werden.
Die jetzige Kirche als spätgotischer Bau muss in der Zeit um 1450 längstens 1520 errichtet worden sein.
Der Sakristeianbau, Turmaufbau und die Inneneinrichtung stammen aus späterer Zeit.
Das Äußere der spätgotischen Kirche ist durch die im 18 Jahrhundert erfolgte Barockisierung stark verändert worden, die Rundbogenfenster, der Sakristeianbau und das obere Turmgeschoss mit Zwiebelhelm und Laterne bestimmen das Bild der weithin sichtbaren Kirche. Umso überraschender ist der noch durchaus gotische Raumeindruck der in gutem Zustand gehaltenen Filialkirche. Die gotischen Netzrippengewölbe überspannen das dreijochige Langhaus mit eingezogenen Strebepfeilern, der eingezogene Chorbau mit einem unregelmäßigen Gewölbe schließt mit drei Seiten eines Achteckes. Die Gewölberippen gehen von den Kapitellen der Halbsäulen aus, die im Langhaus den Strebepfeilern, im Presbyterium der Wand vorgelegt sind. Der besonders schöne Hochaltar sowie die Seitenaltäre stammen aus der Erbauungszeit der Pfarrkirche Kallham, aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Das Hochaltarblatt zeigt die Marter des Titelheiligen St. Laurentius. Es wird flankiert von den Holzskulpturen der lateinischen Kirchenlehrer, links St. Augustinus und der heilige Papst Gregor, rechts. St.. Hieronimus und St. Ambrosius. Im Aufsatz befindet sich das Bild der Immakulata.
An Barockplastiken birgt die Kirche noch die zwei Bischofsgestalten an den Seitenwänden des Presbyterium, die linke Figur stellt den in Kallham besonders verehrten Hl. Wolfgang dar, im Langhaus befindet sich noch eine schöne Barockmadonna aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Von den Ausstattungsstücken des 19 Jahrhunderts ist noch die in barocken Formen erbaute Kanzel zu nennen mit den Evangelistenfiguren am Kanzelkorb.
Auf der westlichen Emporenbrüstung ist das älteste Werk der Ausstattung angebracht, eine gotische Michaelstatue von etwa 1500, die in der Linken wohl einmal eine Waage und ihrer Rechten ein Flammenschwert getragen hat.
Ihre Liebe zur Kirche bewiesen die Kimplinger in Zeiten der Gefahr.
Da unter Kaiser Josef II. viele neue Pfarren errichtet wurden, suchten auch die Kimplinger darum an (1783), weil zum Sprengel ca. 500 Seelen gehörten und vom Vermögen der Kirche (26000 Gulden) aus den Zinsenertrag allein ein Seelsorger leben könne. Sie wurden aber nicht nur abgewiesen, sondern es wurde sogar die Sperre über die Kirche verhängt.
Es drohte Verkauf und Abriss. In dieser höchsten Not wandten sich die Kimplinger kurz entschlossen an den Kaiser selbst, und es half, das Ärgste wurde abgewendet. Die Kirche, bei der unterdessen (1789) auch eine Schule errichtet worden war, durfte erhalten bleiben.