Pfarrkirche Kallham

Pfarramt Kallham
Hauptstraße 11
4720 Kallham, Österreich
Tel.: +43(7733)200 20

Gottesdienste:
Gottesdienst: Sonntags um 10:00 Uhr
Vorabendmesse: Samstags um 19:30 Uhr



Die bereits von weitem sichtbare Barockkirche Kallham wird mit ihrem wunderschönen Zwiebelturm auch "Dom im Landl" genannt!

Kurzchronik Kallham und Kimpling

Kallham Dom der Region steht in Kallham


Der „Dom der Region „ steht in Kallham schreibt eine Zeitung im Juli dieses Jahres. Das ist eine liebevolle Umschreibung der so wuchtig wirkenden Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Wir Pfarrbewohner sind stolz auf dieses Gotteshaus und wollen Auskunft geben können über die Entstehung einer so prächtigen Marienkirche. Die Pfarre hat eine bewegte Geschichte hinter sich, berichtet die Chronik der Kirche. Kallham gehört wie alle Ort auf „heim“ oder „ham“ zu den ältesten des Landes. Seine Bedeutung bekam Kallham wahrscheinlich wegen der günstigeren Verkehrslage an einem uralten römischen Großverkehrsweg – der „Weinstraße“. Urkundlich wird die Gegend erstmals um 1140, kirchlich 1228 erwähnt. So ist schon im Jahr 1380 von der „Kalichhaymer pharr“ die Rede. Kallham unterstand von Anfang an den Bischöfen von Passau. Bis 1784 gehörte ja unser Land zur Diözese Passau. Im „Schaunbergerländchen“, wie man das Land vom Salletwald und Hausruck bis zum Attersee und in die Gegend von Linz nannte, übten die Grafen von Schaunberg ihre Vogteirechte aus. Kein Wunder, dass Kallham unter so hoher Patronanz zu den reichstdotierten Pfarren gehörte. Unter den Pfarrherren von Kallham fand man viele Namen einflussreicher, adeliger Familien, Domherren und Geistlicher, die selber wieder Bischof in Passau oder anderswo wurden. Der Letzte unter den glänzenden Namen war Karl Cajetan Reichsgraf Kardinal Gaisruck, Weihbischof zu Passau, residierte aber wirklich persönlich im Pfarrhof zu Kallham (1801 – 1818) und wirkte als Generalvikar für den bayerischen Anteil Oberösterreichs in der Franzosenzeit. Er hielt hier Gottesdienste und Predigten und 1803 sogar eine Priesterweihe. Das Pfarrvolk mochte ihn und begleitete ihn bei seinem Scheiden bis zur Pfarrgrenze Endt-Puchet als ihn der Kaiser zum Erzbischof von Mailand – das damals noch österreichisch war – ernannte. Zur Altpfarre gehörten einst auch die Filialen Pötting, Wendling und Neumarkt, die später selbständig wurden. 1493 stiftete Hanns Vatersheimer, der letzte dieses Geschlechtes „eine ewige tägliche Messe in der St. Wolfgangskapelle in der Liebfrauenkirche zu Kallham“ und 1536 stifteten Richter und Rat von Neumarkt „eine ewig tägliche Messe“ sodass auch die dortige Florianikirche einen ständigen Priester bekam. Allerdings war die 1517 von Martin Luther ausgehende Reformation schon voll im Gange. Die Adeligen Schaunberger, Starhemberger und Jörger waren zum evangelischen Glauben übergetreten und benützten die Schlosskapellen, die ihnen unterstehenden Filialkirchen und später auch Pfarrkirchen dazu, die lutherische Lehre zu verbreiten. Erst unter Kaiser Rudolf II. wurden mit der Gegenreformation wieder katholische Priester eingesetzt. Pfarrer Johannes Grimelius verlegte 1598 seinen Hauptsitz von Taufkirchen nach Kallham. Er starb 1617 und ist in der Kallhamer Kirche begraben. In der Folge überstanden die Katholiken in Kallham sogar die sensible Zeit des 2. Bauernkrieges.(1626) Jahrzehnte mussten vergehen bis Kallham wieder zu einer wirklich gläubigen katholischen Pfarre wurde.

Da brach ein neues Unglück herein: der so genannte Spanische Erbfolgekrieg (1704 -1714) Die Bayern kämpften mit den Franzosen gegen die Habsburger um die Spanischen Besitztümer. Das Innviertel gehörte zu Bayern, damit lag Kallham unmittelbar an der feindlichen Grenze. Es kam zu Brandschatzungen der Bayern in Kallham und Neumarkt und viele Ortschaften in der Umgebung wurden niedergebrannt. Auch die Kallhamer Kirche wurde so schwer beschädigt, dass sie neu aufgebaut werden musste.

1713 wurde mit dem Neubau begonnen und sollte1720 fertig gewesen sein. Erbauer der neuen Kirche war der Domkapitelbaumeister von Passau, Jakob Pawanger, der ungefähr zur gleichen Zeit auch die Kirchen von Aistersheim, Gaspoltshofen, Hofkirchen und Schärding gebaut hat. Schöpfer der herrlichen Deckengemälde, des Hochaltarblattes und des Ovals sowie des anlässlich einer Renovierung wieder entdeckten Bildes der unbefleckten Empfängnis war der berühmte Münchner Maler Johann Kendlbacher. Die Kirche wurde 1736 vom Passauer Fürstbischof Josef Graf Kardinal von Lamberg geweiht, wobei auch 1010 Kinder gefirmt worden waren. Die Kirche steht im Wesentlichen noch so, wie sie erbaut wurde, mit Ausnahme jener Teile, die am 31.Juli1891 bei dem durch einen Blitzschlag entstandenen Brand vernichtet wurden. Hier wurden vor allem das Gewölbe des Langhauses mit den unersetzlichen Gemälden, die 2 Seitenaltäre und der Turm über dem Mauerwerk ein Raub der Flammen. Der Kirchenbau 1891 wurde nach den Plänen von Architekt Jeblinger aus Linz, der Dachstuhl von Zimmermeister Furtner aus Ried ausgeführt. Den viel bewunderten Turm mit der Herzkuppel baute der einheimische Meister Josef Perndorfer aus Aspeth. Die Kreuzsteckung erfolgte am 31.Juli 1892, also vor 115 Jahren. Bis heute ist die Kallhamer Marienkirche ein Blickfang und geliebter Zufluchtsort für Gläubige, deren Besuch sich auch für Liebhaber kirchlicher Kunst lohnt.

Vollgeläute der Pfarrkirche Kallham